Diese 10 Trends der Immobilienbranche sollten Sie im Blick behalten

Trends Immobilienbranche

So manch einer würde sicher sagen, dass die Immobilienwirtschaft nicht so innovativ ist wie andere Branchen und in einigen Bereichen hinterherhinkt. Wer jedoch einen genaueren Blick drauf wirft, sieht, dass sich momentan sehr viel tut. Nicht nur die Digitalisierung bringt viele Veränderungen mit sich, auch das Denken und die Ziele der Nutzer und Mieter wandeln sich und damit auch die Methoden, das Bauen und der gesamte Immobilienzyklus.

Wir werfen in diesem Beitrag einen Blick auf 10 Trends, welche die Immobilienwelt jetzt und in Zukunft stark prägen werden.

Trends in der Bau- und Immobilienbranche

1

Modulbauweise

Immer wieder ist zu lesen, dass Wohnraum fehlt und der Bau von (bezahlbaren) Wohnungen nicht schnell genug voranschreitet. Modulare Baulösungen sind ein Trend, der diese Probleme lösen soll. Die unterschiedlichen Module werden dabei maßgenau in den Fertigungsstätten produziert. Dabei werden auch alle Elektroinstallationen vorgenommen, sodass die fertigen Module auf der Baustelle nur noch zusammengeführt werden müssen.

Wer jetzt denkt, dass unter diesem seriellen Bauen die Optik leidet, täuscht sich gewaltig. Zum einen werden meist nur einige Gebäudemodule – wie eine Badezelle – in Serie gefertigt. Zum anderen ist das Modulraster sehr variabel, sodass durch verschiedene Arten der Stapelung und Reihung komplett unterschiedliche Baukörper entstehen können.

2

Nachhaltigkeit

Die „Friday for Future“-Bewegung beweist, dass Nachhaltigkeit einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt. Diesem Trend muss auch die Immobilienwirtschaft folgen. Und das geschieht bereits in verschiedenen Bereichen und Ansätzen. So wird beispielsweise vermehrt nach nachhaltigen Baustoffen gesucht. Dabei ist das Bauen mit Holz nur ein Trend, den wir hervorheben möchten. Dieser lässt sich sehr gut mit der Modulbauweise kombinieren, was das Hamburger Projekt Woodie – Home is where the wood is beweist.

Außerdem verfügt die Immobilienbranche über zahlreiche Zertifikate, welche unter anderem die ökologische Güteklasse der Gebäude kennzeichnen: Angefangen über DGNB, LEED und BREEAM bis hin zum Well Building Standard, der sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Nutzer konzentriert. Auch das Prinzip Cradle to Cradle gewinnt in der Branche an Bedeutung.

3

Lean Construction

Bei Lean Management werden die meisten sicherlich an die Produktion denken, doch auch im Bauwesen werden vermehrt die Methoden und Denkweisen des japanischen Konzepts angewendet. Dabei wird im gesamten Immobilienzyklus in einem kontinuierlichen Prozess nach der Beseitigung von sogenannten Verschwendungen gestrebt. Bei den Verschwendungen in der Immobilienwirtschaft kann es sich unter anderem um Wartezeiten, unnötige Transporte, zu große Lagermengen sowie Nacharbeiten handeln. Um diese aufzudecken und zu eliminieren, wird das Last-Planner-System™ eingesetzt. Dieses verläuft kollaborativ in fünf Stufen, dabei wird der Gesamtprozess analysiert, Meilensteine festgelegt, die Produktionsplanung der anstehenden Woche(n) vorgenommen, ein gemeinsamer Blick auf die nächste(n) Woche(n) geworfen und die zurückliegende(n) Woche(n) evaluiert. So sollen Störungen und Fehler transparent gemacht werden, um sie in Zukunft zu vermeiden.

4

Building Information Modeling (BIM)

Bei Building Information Modeling handelt es sich um eine Software, welche die Planung, Ausführung und Bewirtschaftung einer Immobilie optimieren soll. Dabei werden jegliche Daten von allen Beteiligten – angefangen von den Investoren über die Ingenieure und Architekten bis hin zu den späteren Property Managern – in der BIM-Software erfasst, kombiniert und modelliert.

Auch wenn die viele BIM noch für eine Methode halten, um ein 3D-Modell der Immobilie zu erstellen, kann die Software viel mehr: Sie kann die Zeitachse darstellen, die Kosten des Projekts widerspiegeln, auf Lebenszyklusaspekte eingehen und auch die Gebäudenutzung berücksichtigen. Damit ist Building Information Modeling eine ideale Methode für den gesamten Immobilienzyklus. Fehler kann BIM zwar nicht verhindern, Probleme können mit Hilfe einer BIM-Software jedoch viel früher erkannt werden.

Digitale Trends der Immobilienwirtschaft

5

Blockchain

Blockchain gilt als die größte Revolution seit dem Internet und ist daher ein Trend, mit dem Sie sich auf jeden Fall beschäftigen sollten. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um eine dezentrale Datenbank, welche jegliche Transaktion ermöglicht, ohne auf Vermittler angewiesen zu sein. Das bekannteste Beispiel für eine Blockchain ist die Kryptowährung Bitcoin. Mit dieser können Sie Zahlungen durchführen, ohne eine Bank oder andere Mittelsmänner zu benötigen. Egal ob in der Bitcoin-Blockchain oder einer anderen Blockkette: Die getätigten Transaktionen werden in verschlüsselter und komprimierter Form in eine stetig wachsende Liste eingetragen, die Sie sich als eine Art immer wachsender Kassenbon vorstellen können. Dabei gilt jede Transaktion als ein Block, der mit einem Hash – einem digitalen Fingerabdruck – versehen wird. Zudem erhält der Block den Hash des vorherigen Blocks. Dadurch sind die einzelnen Transaktions-Blöcke miteinander verbunden und werden somit zur Blockkette. Durch diese chronologische und lineare Erweiterung gilt die Blockchain als relativ sicher. Denn eine Veränderung der Blöcke ist fast unmöglich.

Das Spannende an der Blockchain ist, dass sie sogenannte Smart Contracts ermöglicht. Bei diesen handelt es sich um intelligente Verträge, die automatisch ausgelöst werden, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. So ist es beispielsweise möglich, dass ein Mietvertrag bereits bei Betreten einer Wohnung geschlossen wird, ohne dass Sie vor Ort sein müssen.

6

Big Data

Big Data bezeichnet große Datensammlungen, die meist unstrukturierte Daten aufweisen und mit den herkömmlichen IT-Infrastrukturen und Methoden an ihre Grenzen stoßen. Gleichzeitig wird damit auch die Technologie assoziiert, die dabei hilft, diese (unstrukturierten) Datenriesen zu verarbeiten und auszuwerten.

Auch im Bereich Immobilien gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Big Data zu nutzen. Es kann dabei helfen, die Instandhaltung zu optimieren, Investitionen besser einzuschätzen und auch die internen Analysen und Reportings zu verbessern.

7

Künstliche Intelligenz (KI)

Auch Künstliche Intelligenz ist ein Trend, der momentan alle Branchen umtreibt. Viele von uns setzen KI bereits im Alltag ein, ohne es zu merken. Beispielsweise wenn wir uns Songs oder Filme von Streaming-Anbietern empfehlen oder uns zu einem bestimmten Ort navigieren lassen. Doch was genau ist Künstliche Intelligenz? Es handelt sich dabei um eine Sammlung verschiedener Disziplinen wie beispielsweise Machine und Deep Learning sowie Natural Language Processing. Vereinfacht gesagt ist KI ein Algorithmus, der dem menschlichen Denken ebenbürtig ist. Doch davon ist die Forschung und Wirtschaft noch weit entfernt. Nur in Teilbereichen wie dem Schach oder Go-Spielen ist das bereits gelungen. Dennoch sollten Sie diesen Trend nicht unterschätzen, da die Entwicklungen rasch voranschreiten!

8

Augmented Reality

Augmented Reality (AR) bezeichnet die computergestützte Erweiterung der Realität. Alle menschlichen Sinne können durch AR in Bild, Ton und Raumwahrnehmung angesprochen und erweitert werden, indem zusätzliche virtuelle Informationen beispielsweise durch eine smarte Brille, ein Display oder das Smartphone eingeblendet werden.

Bekannt wurde Augmented Reality im deutschen Raum vor allem durch das Spiel Pokémon Go. Doch auch die Immobilienwirtschaft kann von AR profitieren, zum Beispiel bei der Simulation von Gestaltungsvorschlägen oder geplanten Dienstleistungsangeboten. So können Kunden auf einen Blick sehen, ob beispielsweise die geplanten Büromöbel auch wirklich in die neuen Räumlichkeiten oder farblich zueinander passen.

9

Virtual Reality

Virtual Reality (VR) bezeichnet die Darstellung und Wahrnehmung der Wirklichkeit in einer computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung. Hierbei ist man nicht an physikalische Gesetze gebunden, daher sind die Möglichkeiten der Darstellung unbegrenzt. Um diese virtuelle Realität zu erleben, benötigen Sie eine VR-Brille oder speziellen Räume (CAVE: Cave Automatic Virtual Environment).

In der Immobilienwirtschaft wird VR meist dazu genutzt, geplante Projektentwicklungen zu veranschaulichen.

10

Internet of Things

Im Internet der Dinge (englisch Internet of Things bzw. IoT) werden Gegenstände des Alltags oder der Industrie zu smart Objects, um miteinander kommunizieren zu können. Möglich ist zudem eine Bedienung und Steuerung von einem beliebigen Ort. Die technische Grundlage für diese Vernetzung bildet eine Struktur, die dem Internet ähnelt.

Das Beispiel, das am häufigsten verwendet wird, um IoT zu erklären, ist der Kühlschrank, der seinen Besitzer informiert, sobald bestimmte Lebensmittel ablaufen oder eingekauft werden müssen. In der Immobilienbranche wird es insbesondere in der Gebäudeautomation verwendet. So ermöglicht das Internet of Things beispielsweise die sogenannte Predictive Maintenance, die vorausschauende Instandhaltung von Rolltreppen, Aufzügen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen.

Und das sind nicht alle Trends, welche die Immobilienwirtschaft zu bieten hat. Wirft man einen Blick in die verschiedenen Assetklassen, werden viele weitere Trends sichtbar: Da wären zum Beispiel der Drohneneinsatz und der 3D-Druck sowie vieles mehr. Wir halten Sie auf unserem Blog über die wichtigsten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Marina Vogt
Marina Vogt
Social Media Content Specialist
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