Gekommen, um zu bleiben: Healthcare-Immobilien als neue Trend-Assetklasse

Senioren - Healthcare-Immobilien

Unsere Gesellschaft wird immer älter, doch gerade für die späte Lebensspanne fehlt es an bedarfsgerechten Wohnlösungen. Aus diesem Grund gewinnt der Bereich der Healthcare-Immobilien immer mehr an Relevanz. Auch für Investoren wird diese Immobilienart interessanter, da sie relativ immun gegen allgemeine wirtschaftliche Krisen ist. Dies ist ein zunehmend attraktives Merkmal, da Investoren ihre Portfolios weiter diversifizieren und nach langfristigen, mietindexierten sowie sicheren Einkommen und durch Vermögenswerte gesicherte Betreiberimmobilien suchen. Etablieren sich Pflegeimmobilien und ähnliche Formen des betreuten Wohnens also zur neuen Trend-Assetklasse?

Die alternde Gesellschaft

Der Bedarf an seniorengerechtem Wohnen steigt hierzulande massiv. Während in Deutschland im Jahr 2012 knapp 21 Prozent der Einwohner über 65 Jahre alt waren, wird dieser Anteil nach Schätzungen des BMI bis zum Jahr 2035 auf etwa 30 Prozent ansteigen. 2050 wird sogar damit gerechnet, dass jeder Siebte älter als 80 Jahre sein wird.

Gründe dafür sind die niedrige Geburtenrate, aber vor allem die längere Lebensdauer der Bevölkerung. Die durchschnittliche Lebenserwartung beläuft sich in Deutschland momentan bei Geburt für Männer auf 78 und für Frauen auf 83 Jahre. In den 1970er-Jahren lagen diese Werte für Männer bei 67 und für Frauen bei 73.

Jetzt und besonders in der Zukunft werden daher immer mehr Healthcare-Immobilien gebraucht. Dazu zählen Pflegeheime, Ärztehäuser und –praxen, aber auch Formen des betreuten Wohnens, die es den Senioren ermöglichen, ihr Leben so lange wie möglich selbstständig – aber mit gewisser Unterstützung – zu führen.

Formen des altersgerechten Wohnens

Das längere Leben im Ruhestand führt dazu, dass sich neue Wohnformen für Senioren entwickeln (müssen). Schon jetzt gibt es neben den traditionellen Pflegeeinrichtungen Betreutes- oder Service-Wohnen, Seniorenresidenzen, Pflege-WGs, Mehrgenerationenhäuser oder Cohousing-Modelle.

Während der Umzug in eine Pflegeeinrichtung meist bedarfsorientiert ist, ist die Entscheidung für das betreute, seniorengrechte Wohnen meist eine Lebensstilwahl, die aktiv getroffen wird.

Formen des betreuten Wohnens ermöglichen es den Bewohnern, in den späteren Jahren ihres Lebens unabhängig zu leben, jedoch in einer qualitativ hochwertigen, hotelähnlichen Umgebung. Hier sind sie umgeben von ähnlichen Mitmenschen und haben zusätzlich zahlreiche Serviceangebote. Dazu gehören neben den klassischen Dienstleistungen wie Einkaufen, Reinigen der Wohnung oder Wäsche waschen auch beispielsweise Restaurants, Sportmöglichkeiten, kulturelle Veranstaltungen und Gemeinschaftsgärten.

Hierbei ist keine Betreuung rund um die Uhr vorgesehen, sondern das eigenständige Leben mit Unterstützung kombiniert, die sich nach dem jeweiligen Bedarf orientiert.

Durch diese seniorengrechten Wohneinrichtungen kann die Einsamkeit verringert, die psychischen und physischen Gesundheitsprobleme verbessert werden, die Eigenständigkeit erhalten bleiben und die so wichtige Teilhabe am Leben gefördert werden. Senioren erhalten also eine größere Lebensqualität.

Auswirkungen auf die Immobilienbranche

Der Begriff des betreuten Wohnens ist nicht geschützt, sodass es dafür keine einheitlichen Standards oder Modelle gibt. Der Ausbau dieser Wohnformen zeigt jedoch deutlich, dass sich neben den klassischen Pflegeimmobilien Formen des betreuten, altersgerechten oder Service- Wohnens zu einer attraktiven Investment-Alternative entwickelt. Schon heute werden Seniorengemeinschaften als einer der am schnellsten wachsenden und sich entwickelnden Sektoren auf dem Immobilienmarkt angesehen. Und dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen!

Hinzu kommt, dass sich durch diese Entwicklung weitere Vorteile für den Wohnungsmarkt ergeben. Wenn Senioren ihre großen Wohnungen oder Häuser verlassen, in denen sie einst ihre Familie großgezogen haben, dann wird Wohnraum frei, der neue Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Georg Ritgen MRICS
Georg Ritgen MRICS
Director National Healthcare Services

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