Deutschlands Städte arbeiten an ihrer Infrastruktur

Gut vernetzt statt abgehetzt: 4 deutsche Infrastruktur-Projekte im Überblick

Eine funktionierende Infrastruktur ist essentiell für lebenswerte Städte. In vielen deutschen Regionen sind die infrastrukturellen Netze jedoch veraltet oder benötigen einen Ausbau, denn die Gewohnheiten, Vorlieben und Anforderungen der Einwohner haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. So fordert man gerade in großen Metropolen mehr oder besser ausgebaute öffentliche Verkehrsmittel, um die Straßen und die Umwelt zu entlasten. Auch beim Autoverkehr kommt es zu innovativen Ansätzen, die deutsche Städte zukunftsfähiger machen sollen.

Wir zeigen Ihnen vier interessante Infrastruktur-Projekte deutscher Städte auf, die neben einer besseren Verkehrssituation auch Platz für Neubauflächen schaffen. Während sich in Frankfurt beispielsweise ein „Global Business Village“ mit S-Bahn-Anbindung etabliert und München eine zweite S-Bahn-Stammstrecke baut, realisiert Hamburg begrünte Autobahndeckel.

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Gateway Gardens – Frankfurts Global Business Village

Direkt am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens, zwischen der A 3 und der B 43, liegt das neue Stadtquartier Gateway Gardens. Anders als bei vielen neuen Quartieren ist das Gebiet, in dem einst US-Militärangehörige wohnten, aufgrund des Fluglärms als reiner Bürostandort konzipiert.

2006 zogen die ersten Nutzer ein, während der erste Neubau 2008 seinen Betrieb aufnahm. Über zehn Jahre später kann das neue Stadtquartier einen weiteren Schub erwarten. Ende 2019 wurde Gateway Gardens an das Frankfurter S-Bahn-Netz angebunden. Nach wenigen Stationen, im 10 oder 15-Minuten-Takt, lässt sich das Global Business Village nun von der Frankfurter Innenstadt erreichen. Das entlastet nicht nur die Straßen, sondern erhöht auch die Attraktivität des Arbeitsstandorts.

Doch nicht nur am Flughafen baut die Mainmetropole ihren öffentlichen Verkehr aus. Weitere Projekte wie die Regionaltangente West (RTW), der Umbau des Eisenbahnknotenpunkts Frankfurt-Stadion und der Ausbau der S-Bahn-Gleise zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel sind geplant.

Unser Geschäftsführer und Frankfurter Niederlassungsleiter José Martínez in der Hessenschau über (freie) Büroflächen im neuen Stadtquartier.

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Eine zweite S-Bahn-Stammstrecke sorgt für Entlastung in München

Auch München hat es sich zur Aufgabe gemacht, den S-Bahn-Verkehr zu verbessern. Seit den 1990er Jahren wird eine zweite Stammstrecke diskutiert, die mit dem symbolischen Baubeginn 2017 jetzt langsam Realität wird. Die neue Strecke soll parallel zur jetzigen S-Bahn-Verbindung verlaufen und sich zwischen den Münchner Stationen Leuchtenbergring und Laim erstrecken.

Wie dringend notwendig dieses Infrastrukturprojekt ist, zeigen folgende Zahlen: Als die S-Bahn in München 1972 in Betrieb genommen wurde, rechnete man mit etwa 250.000 täglichen Fahrgästen, heute sind es aber über 800.000!

Die Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke ist für 2028 geplant.

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Stuttgart 21 schafft innerstädtische Neubauflächen

Stuttgart ist aufgrund der Kessellage in seinem Wachstum stark begrenzt. Es braucht ein großes Maß an Kreativität, um gerade innerstädtisch neue Flächen zu erschließen. Die Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes in die Tiefe schafft jedoch diese freien Flächen, die für die Stadtentwicklung genutzt werden können. Zwar wurde und wird das Bahn- und Stadtentwicklungsprojekt Stuttgart 21 stark diskutiert, es ermöglicht aber zumindest die Entstehung neuer Wohn- und Arbeitsräume in zentraler Lage. So soll nach der Verlegung der Gleise auf 85 Hektar das neue Rosensteinquartier entstehen.

Der Siegerentwurf von asp Architekten und Koeber Landschaftsarchitektur sieht dabei vier Abschnitte des Quartiers vor:

  1. Direkt hinter dem Hauptbahnhof entsteht das Europaquartier: Ein urbaner Lebensraum, der Wohnen und Arbeiten genauso wie kulturelle und soziale Einrichtungen beinhalten wird.
  2. Der Gleisbogenpark zieht sich als grünes Band durch das gesamte Quartier und behält die markante Form der Gleistrassen bei. Er soll zahlreiche Freizeit-, Sport- und Kulturangebote bieten, genauso wie das Urban Gardening ermöglichen.
  3. Angrenzend zum Gleisbogenpark befindet sich das Rosensteinviertel, ein Wohngebiet, das weitestgehend autofrei bleiben soll und neue Möglichkeiten der Mobilität auslotet.
  4. Das neue Kreativquartier, die sogenannte Maker City, komplettiert den neuen Stadtteil Stuttgarts.

Wann genau das Rosensteinquartier entstehen wird, ist noch nicht klar, da es vom Fortgang der Gleisverlegung abhängt.

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Autobahndeckel in Hamburg schaffen grüne Oase

Auch in Hamburg gibt es ein innovatives Infrastrukturprojekt, das neuen Wohnraum schafft. Auf der A7 bei Hamburg fahren so viele Fahrzeuge wie kaum an einem anderen Autobahnabschnitt. Um Einwohner in den Stadtteilen Schnelsen, Stellingen und Altona zu entlasten, werden drei Autobahndeckel über die Autobahn gespannt. Diese schaffen neben der ersehnten Ruhe auch Platz für 3.200 neue Wohnungen sowie 23 Hektar Park- und Freizeitflächen. Das Projekt soll dabei ein grüner Hingucker werden: Neben Kleingärten, Parks und Obstwiesen sollen auch die Tunnelwände begrünt werden.

Von dem Projekt profitieren aber auch die Autofahrer: Zukünftig stehen diesen mehr Fahrspuren zur Verfügung.

Wir sind gespannt, welche weiteren Infrastruktur-Projekte in Deutschland hinzukommen werden. Sie auch?

Marina Vogt
Marina Vogt
Social Media Content Specialist

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