Auch wenn der Retail-Vermietungsmarkt im ersten Quartal 2026 nicht an das außergewöhnlich hohe Resultat aus dem Vorjahreszeitraum anknüpfen konnte, ist er mit einer zufriedenstellenden Zwischenbilanz in das laufende Jahr gestartet. Insbesondere die erneut hohe Dealanzahl in den Top-Märkten sowie der weiter steigende Marktanteil der internationalen Akteure an den registrierten Abschlüssen sind als wichtige Indizien für die guten Nachfrageimpulse anzuführen. Diese und weitere Trends lassen sich aus den von BNP Paribas Real Estate analysierten Vermietungen und Eröffnungen in deutschen Innenstadtlagen ablesen.
Marktdominierend: jeweils 35 % der Verträge entfallen auf internationale Labels und die A-Städte
In den ersten drei Monaten 2026 wurden insgesamt rund 100.000 m² in deutschen Innenstädten neuvermietet beziehungsweise. -eröffnet. Dass mit diesem Ergebnis allerdings kein gestiegener Flächenumsatz vermeldet werden konnte (Q1–4 2025: rund 150.000 m²), liegt in erster Linie am äußerst hohen Volumen, das im Vorjahr auf die größeren Kategorien ab 1.000 m² entfallen ist. Mit allein rund 91.000 m² war das erste Quartal 2025 im Zuge der dynamischen Nachvermietungsprozesse in ehemalige Galeria-Objekte klar geprägt von einer sehr hohen Marktaktivität im Großflächensegment. Vergleicht man nun die beiden Q1-Resultate unterhalb der 1.000-m²-Marke, so stehen rund 59.000 m² im Vorjahr den gut 53.000 m² in den Monaten zwischen Anfang Januar und Ende März 2026 gegenüber. Somit ist insbesondere den kleinen und mittelgroßen Flächen eine stabile Entwicklung auf gutem Niveau zu bescheinigen.
Darüber hinaus gibt es weitere erfreuliche Erkenntnisse zu vermelden: So wurden in Q2 bis Q4 2025 jeweils Quartalsergebnisse erzielt, die sich mit Umsätzen zwischen 100.000 und 112.000 m² auf einem vergleichbaren Niveau eingeordnet haben wie im diesjährigen Auftaktquartal. Weitere gute Signale senden außerdem die A-Standorte, die mit rund 31.000 m² und 35 % der Gesamtbilanz umfangreich am Marktgeschehen beteiligt waren.
„In den kommenden Quartalen dürften nicht zuletzt die steigenden Nachfragetendenzen von internationalen Akteuren das Marktgeschehen weiter antreiben. Bereits jetzt liegt die Zahl der erfassten Abschlüsse internationaler Labels in den Top-Märkten über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, und es gibt nach wie vor gleich mehrere europäische oder global tätige Brands, die für den Markteintritt in Deutschland im weiteren Jahresverlauf 2026 bereits in den Startlöchern stehen“, fasst Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services, den Ausblick für die Sommermonate zusammen. In Erscheinung getreten sind seit Jahresbeginn in der deutschen Einzelhandelslandschaft noch neue Labels, wie Victoria’s Secret, Moida K-Beauty, Alo Yoga oder Lefties (Inditex-Konzern), aber auch Akteure, die ihr Konzept bereits weiter ausrollen (z. B. Coolblue, Lager 157 und Skins). Branchenschwerpunkte zeigen sich in Anbetracht dieser Retailer vor allem in den Sektoren Fashion, Beauty und Sport.