ANZIEHENDE NACHFRAGE SORGT FÜR GUTEN JAHRESAUFTAK
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Der Stuttgarter Markt für Logistik- und Lagerflächen startet dynamisch in das Jahr und knüpft mit einem Flächenumsatz von 69.000 m² an das gute Schlussquartal aus 2025 an. Dank eines Großvertrags liegt das Ergebnis rund 60 % über dem 10-Jahresschnitt, das Vorjahresresultat wurde sogar fast verdreifacht.
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Auch wenn dieser einzelne Großvertrag von einem Industrieunternehmen im nördlichen Marktgebiet mit über 30.000 m² besonders umsatzwirksam war, zeugt eine hohe Anzahl von Verträgen von einer grundlegend gestiegenen Flächennachfrage. Das Ergebnis ist umso positiver einzuordnen, da das Angebot verfügbarer Flächen bereits seit geraumer Zeit rückläufig ist. Gerade im Neubausegment steht kurzfristig kaum Angebot zur Verfügung. Dies belegt auch der Neubauanteil am Flächenumsatz: Wie auch im Vorjahreszeitraum wurde in diesem Marktsegment noch kein Umsatz registriert. Mit der näher rückenden Fertigstellung einiger weniger spekulativ errichteter Projekte im Laufe des Jahres dürfte sich dieser Anteil ggfs. etwas erhöhen.
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Die Angebotsknappheit schlägt sich auch in der Mietpreisentwicklung nieder. So ist die Spitzenmiete bereits zum Jahrsende 2025 um gut 2 % auf 8,70 €/m² gestiegen. Die Durchschnittsmiete hat im gleichen Zeitraum sogar noch etwas stärker angezogen (+5 %) und liegt aktuell bei 6,80 €/m². Im 1. Quartal haben sich die Mietpreise stabilisiert.
HOHER ANTEIL DER BRANCHE INDUSTRIE/PRODUKTION
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Bei der Verteilung des Flächenumsatzes nach Branchen sticht derzeit eine Nachfragegruppe klar hervor: die im Stuttgarter Marktgebiet traditionell starken Industrie- und Produktionsunternehmen. Mit aktuell über 91 % des Ergebnisses stellen sie zu Jahresbeginn einen auch für ihre Verhältnisse außerordentlich hohen Anteil. Kein anderer der großen Logistikstandorte konnte einen ähnlich hohen Umsatz von dieser Branche verzeichnen. Die grundsätzlich ebenfalls nachfragestarken Logistikdienstleister sowie Handelsunternehmen kommen dagegen bisher nur auf sehr geringe Umsatzanteile von etwa 4 bzw. knapp 2 %. Diese Verteilung stellt jedoch nur eine Momentaufnahme dar. Aufgrund des nur kurzen Betrachtungszeitraums ist davon auszugehen, dass im weiteren Jahresverlauf auch Logistikdienstleister und Handelsunternehmen stärker in Erscheinung treten werden.
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Ausgeglichener präsentiert sich dagegen die Verteilung des Flächenumsatzes nach Größenklassen. Zwar dominiert die Kategorie über 20.000 m² aufgrund des eingangs erwähnten Großabschlusses mit 45 %, gleichzeitig sorgten aber auch Verträge im kleinsten Segment bis 3.000 m² für fast ein Viertel des Gesamtumsatzes. Die nächstgrößere Kategorie zwischen 3.000 und 5.000 m² kommt mit 20 % ebenfalls auf einen erheblichen Beitrag. Weitere 11 % entfallen auf Flächen zwischen 5.000 und 8.000 m².
PERSPEKTIVEN
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Der Stuttgarter Logistikmarkt meldet zum Jahresauftakt erfreuliche Zahlen. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte nicht nur ein Großabschluss verzeichnet werden, auch die verstärkte Nachfrage im kleinteiligeren Segment zeugt von einer guten Marktentwicklung.
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Vor allem vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einem geopolitisch schwierigen Umfeld mit den kriegerischen Entwicklungen im Nahen Osten und den daraus resultierenden gestiegenen Energiepreisen, anziehender Inflation sowie den Auswirkungen auf die Handelsrouten ist das Ergebnis positiv zu werten. Ebenso bleibt die erratische US-Zollpolitik ein Aspekt, der grundsätzlich zu Zurückhaltung auf der Nachfrageseite führen könnte.
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Auf der anderen Seite sind auch positive Einflussfaktoren für die Wirtschaft und damit die Flächennachfrage zu nennen. Hierzu zählen die Investitionspakete für Infrastruktur und Verteidigung, die insbesondere für den Logistikmarkt Impulse geben könnten. Hiervon könnte Stuttgart als starker Industrie- und Produktionsstandort besonders profitieren. Für den weiteren Jahresverlauf erscheint eine anhaltend hohe Nachfrage, die auf ein weiter begrenztes Flächenangebot trifft, als das realistischste Szenario, sodass ein Flächenumsatz auf Vorjahresniveau (266.000 m²) aus heutiger Sicht erzielbar erscheint.