NACHFRAGE MIT ZUNEHMENDER DYNAMIK

  • Der Berliner Markt für Lager- und Logistikflächen verzeichnete zur Jahresmitte 2026 einen Flächenumsatz von 189.000 m². Nach einem sehr starken 1. Quartal verbucht die Hauptstadtregion damit zur Jahresmitte ein um rund 10 % niedrigeres Ergebnis als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum und bleibt auch 23 % unter dem zehnjährigen Durchschnitt. Trotz des etwas schwächeren Umsatzresultats im zweiten Quartal ist insgesamt eine zunehmende Dynamik bei der Flächennachfrage festzustellen. Bis dato zeigt sich dies besonders deutlich durch eine hohe Dynamik im kleinteiligen Segment bis 5.000 m² und einer insgesamt spürbar gestiegenen Anzahl der registrierten Vertragsabschlüsse, die im Vorjahresvergleich um rund 40 % zugenommen hat.

  • Darüber hinaus ist ein steigendes Interesse asiatischer E-Commerce-Unternehmen festzustellen, die inzwischen auch verstärkt Logistikflächen im Großraum Berlin nachfragen. So entfällt die bisher größte Anmietung auf den chinesischen Supply-Chain-Management und Logistikdienstleister JD Logistics mit 39.000 m² in Ludwigsfelde.

  • Während sich die Mietpreise aktuell stabil zeigen, ist im Vorjahresvergleich ein Plus zu verzeichnen. Die Spitzenmiete für Logistikflächen ab 5.000 m² stieg gegenüber Mitte 2025 leicht auf 8,30 €/m² an und die Durchschnittsmiete notiert bei 7,30 €/m² (+1 % ggü. Q2 2025). Für kleinere Light-Industrial-Flächen innerhalb des Berliner Stadtgebiets werden teilweise auch höhere Mieten erzielt.

 

LOGISTIKDIENSTLEISTER MIT GRÖSSTEM UMSATZANTEIL

  • Die Verteilung des Flächenumsatzes nach Branchen wird mit deutlichem Abstand von Logistikdienstleistern (40 %) angeführt. Der bereits genannte Großabschluss von JD Logistics fällt hier besonders ins Gewicht. Insgesamt generieren Logistiker rund 76.000 m² Umsatz und erzielen damit ihr drittbestes Resultat der letzten zehn Jahre. Auf die in Berlin üblicherweise sehr aktiven Handelsunternehmen entfallen aktuell nur 26 %, da sie zwar eine durchschnittliche Anzahl, aber anders als in den Vorjahren vor allem eher kleine bis mittelgroße Verträge beitragen. Ungewöhnlich stark präsentieren sich derweil Industrie- und Produktionsunternehmen mit ebenfalls rund 26 % Marktanteil. Mit dem Eigennutzerneubau des niederländischen Hightech-Konzerns ASML – einer der wichtigsten Zulieferer der globalen Halbleiterindustrie – über 27.000 m² im Berliner Kerngebiet verbucht diese Branche den bislang zweitgrößten Abschluss des laufenden Kalenderjahres.

  • Ein Blick auf die Verteilung des Umsatzes nach Größenklassen verdeutlicht, dass das Halbjahresergebnis auf einem vergleichsweise breiten Nachfragefundament, insbesondere auch in den kleineren Flächensegmenten fußt. So entfallen mehr als 76.000 m² auf Verträge im Bereich bis 5.000 m². Gleichwohl wird das Halbjahresergebnis weiterhin maßgeblich vom Segment über 20.000 m² geprägt, das von zwei großvolumigen Vertragsabschlüssen profitiert. Während für die Klasse zwischen 12.000 und 20.000 m² noch keine Vermietung registriert werden konnte.

 

PERSPEKTIVEN

  • Trotz der herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen erzielte der Berliner Logistikmarkt im ersten Halbjahr 2026 ein gutes Ergebnis. Die deutlich gestiegene Anzahl an Verträgen sowie mehrere großvolumige Mietgesuche kurz vor Vertragsabschluss deuten zudem auf eine weitere Belebung der Marktdynamik in der zweiten Jahreshälfte hin.

  • Nichtsdestotrotz bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten. Geopolitische Spannungen und militärische Konflikte, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran, stellen weiterhin ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands sowie den internationalen Handel dar. Hinzu kommen erhöhte Energiepreise, Inflationsrisiken und anhaltende Belastungen globaler Lieferketten, die eine verlässliche Prognose erschweren.

  • Demgegenüber sprechen mehrere Faktoren für eine positive Marktentwicklung. Geplante Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung und Klimaneutralität könnten zusätzliche Wachstumsimpulse für Wirtschaft und Logistiksektor setzen. Gleichzeitig bauen asiatische E-Commerce-Unternehmen ihre Präsenz in der Hauptstadtregion weiter aus und dürften damit zusätzliche Nachfrage generieren. Durch spekulativ errichtete Neubauflächen in der Peripherie besteht ein ausreichendes Angebot an kurzfristig verfügbaren Flächen.

LOGISTIKMARKTREGION BERLIN

Bedeutende Verträge

39.000 m²
JD Logistics
Q1 - Ludwigsfelde

27.00 m²
ASML
Q2 - Berlin

10.800 m²
acut fulfillment
Q2 - Großbeeren

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Herausgeber: BNP Paribas Real Estate GmbH | Bearbeitung: BNP Paribas Real Estate Consult GmbH | Stand: 30.06.2026
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