Report Q2 2026

Investmentmarkt Stuttgart

Investmentmarkt Stuttgart

KLEINTEILIGES MARKTGESCHEHEN BEI GUTER DEAL-ANZAHL

  • Der Stuttgarter Investmentmarkt hat die erste Jahreshälfte 2026 insbesondere vor dem Hintergrund der weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen mit einem zufriedenstellenden Resultat abgeschlossen. Insgesamt stehen Ende Juni rund 247 Mio. € zu Buche. Auch wenn dies angesichts des zehnjährigen Durchschnittswerts von gut 575 Mio. € (-57 %) zunächst nicht nach einem hohen Volumen klingt, konnten die beiden Vorjahresergebnisse um knapp 35 % bzw. fast 38 % übertroffen werden.

  • Positiv zu werten ist zudem die Zahl der Deals, die sich mit fast 20 Transaktionen im lang-jährigen Vergleich seit 2017 (Ø23 Verkäufe) durchaus sehen lassen kann. Dass der Investmentumsatz hierbei nicht höher ausgefallen ist, liegt schließlich am durchschnittlichen Verkaufsvolumen, das mit rund 13 Mio. € einen historisch niedrigen Wert erzielt. Als größte Deals sind der im Januar 2026 öffentlich gemachte Ankauf des KarlsOffice und das Mixed-use-Ensemble Nanz-Quartier im Stadtteil Botnang zu nennen. Auch wenn diese Verkäufe den Gesamtumsatz nicht nennenswert ankurbeln konnten, sind sie dennoch als Indiz für die lebhaften Investmentaktivitäten in einem kleinteiligen Markt zu werten.

  • Im Zuge der nach wie vor unsicheren Entwicklung der geopolitischen und den finanzmarkttreibenden Einflussfaktoren sind die Netto-Spitzenrenditen im ersten Halbjahr leicht gestiegen. Im Premium-Bürosegment ging es 25 Basispunkte nach oben (4,65 %), Top-Logistik-Assets haben um 10 Basispunkte zugelegt (4,60 %), und Retail-Highstreet-Objekte stehen inzwischen bei 4,00 % (+5 Basispunkte).

 

OFFICE- UND CITYRAND-INVESTMENTS AUSSCHLAGGEBEND

  • Bei der Umsatzverteilung des Gesamtresultats haben sich zwei Segmente herauskristallisiert, die mit Abstand die wichtigsten Ergebnisbeiträge in den ersten sechs Monaten liefern konnten. Hierzu gehörten in erster Linie die Büro-Investments, die knapp 49 % beigesteuert haben sowie der Cityrand, wo fast 61 % des Volumens zu verorten war. Vor dem Hintergrund, dass großvolumige Innenstadt-Objekte aktuell fehlen oder an zu hohen Preisvorstellungen scheitern, bilden Cityrand-Transaktionen derzeit vor allem in der Office-Sparte oftmals attraktive Investmentopportunitäten mit einem guten Risiko-Rendite-Profil.

  • Aus dem Einzelhandelssegment sind vereinzelte und über das gesamte Marktgebiet verteilte Transaktionen zu vermelden: So haben unter anderem das Geschäftshaus Königstraße 19b sowie das Stern Center in Sindelfingen und einige kleinere Fachmarkt-Assets im laufenden Jahr den Eigentümer gewechselt. Zusammengenommen kommen Retail-Verkäufe damit auf gut 17 %. Umfangreicher investiert wurde darüber hinaus auch in Mixed-use-Objekte wie das genannte Nanz-Quartier, wodurch die Sammelkategorie Sonstige mit fast 27 % einen hohen Umsatzanteil verbucht. Gleichzeitig sind Logistikimmobilien mit nur gut 7 % bislang noch unterrepräsentiert.

  • In der Auswertung der Größenkategorien notiert lediglich das KarlsOffice den Sprung über die 50-Mio.-€-Marke (gut 24 %), während Investments bis zu diesem Schwellenwert mit knapp
    76 % klar marktdominierend waren.

 

PERSPEKTIVEN

  • Der Investmentmarkt Stuttgart konnte in der ersten Jahreshälfte 2026 zwar keine Trendwende einläuten, es ist ihm jedoch gelungen, eine deutliche Umsatzsteigerung einzufahren und damit eine solide Ausgangslage für die kommenden Quartale zu schaffen. Wie in manchen anderen Top-Standorten drückt sich die Marktdynamik auch in Stuttgart momentan mehr in der Dealanzahl als im Investmentvolumen aus.

  • Wenn es dem Markt gelingt, in den Sommermonaten ein solides Ergebnis von mindestens 140 Mio. € zu verzeichnen, könnte die Schwabenmetropole Ende September erneut ein gestiegenes Volumen einfahren (Q1-3 2025: rund 387 Mio. €). Kurz- bis mittelfristig ist davon auszugehen, dass sich das Gros der Investmentaktivitäten weiter in den Segmenten bis
    50 Mio. € konzentriert, während Großdeals durch das herausfordernde Finanzierungumfeld rar gesät bleiben dürften. Beim Preisniveau ist dabei nicht auszuschließen, dass die Spitzen-renditen in den unterschiedlichen Assetklassen noch einmal leicht anziehen.

  • Zuversichtlich stimmt mit Blick auf den industriell und technologisch geprägten Wirtschaftsstandort Stuttgart dagegen die Innovations- und Restrukturierungskraft der Metropolregion. Hieraus könnte auch die baden-württembergische Landeshauptstadt gestärkt hervorgehen und perspektivisch wieder vermehrt Großtransaktionen auf den Plan rufen.

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Herausgeber und Copyright: BNP Paribas Real Estate GmbH | Bearbeitung: BNP Paribas Real Estate Consult GmbH | Stand: 30.06.2026