MODERATER START INS JAHR MIT 82.000 m² FLÄCHENUMSATZ
-
Für den Frankfurter Büroflächenmarkt wird im ersten Quartal 2026 ein Flächenumsatz von 82.000 m² registriert. Nicht ganz unerwartet, kann der Markt damit nicht an den fulminanten Rekordumsatz zum Jahresauftakt 2025 anknüpfen und verfehlt diesen um knapp 60 %. Auch der Langzeitdurchschnitt bleibt für den Moment unerreicht, was aber für den Frankfurter Markt zu Jahresbeginn keine Besonderheit ist. Die Bankenmetropole ist dafür bekannt, dass das Anmietungsgeschehen erst im weiteren Jahresverlauf so richtig Fahrt aufnimmt.
-
Der größte Abschluss im ersten Quartal, die Eigennutzer-Transaktion der DZ Bank im Fifty Avon mit knapp 21.000 m² Mietfläche, knüpft an die im Vorjahr registrierten Großdeals an und veranschaulicht noch einmal deutlich, was den Markt in Frankfurt treibt: eine hohe Nachfrage nach Premiumflächen in Top-Lagen, die kurzfristig nicht adäquat bedient werden kann, sodass die Flächenentscheidung für Projektentwicklungen die beste Alternative bleibt. Neuanmietungen gehen dabei oft mit Standortkonsolidierungen einher. So wird die DZ Bank den nun neben ihrem Hauptsitz erworbenen Turm umfassend modernisieren und hier verschiedene Unternehmenseinheiten in attraktiver Bankenlage zentrieren.
-
Die Spitzenmiete ist jüngst auf 55,00 €/m² gestiegen (+2 % ggü. Vorjahr). Die volatilere Durchschnittsmiete hat temporär auf 27,30 €/m² nachgegeben, liegt damit aber immer noch 5 % über Vorjahresniveau und dürfte perspektivisch ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen.
FRANKFURTS LEITBRANCHEN BANKEN & BERATER BESONDERS ANMIETUNGSSTARK
-
Frankfurts Leitbranchen Banken und Finanzdienstleister sowie Beratungsgesellschaften präsentieren sich im Branchenvergleich zu Jahresbeginn erneut besonders anmietungsstark. Getragen vom Eigennutzerabschluss der DZ Bank kommen erstgenannte auf einen Marktanteil von gut 28 %. In das Ergebnis der Beratungsgesellschaften (16 % Marktanteil) fließen neben dem 4.400-m²-Abschluss von Westbridge Advisory zahlreiche kleine und mittelgroße Mietverträge.
-
Das Marktgeschehen war vor allem durch Dynamik im kleineren Flächensegment zwischen 200 und 2.000 m² geprägt, in dem 57 % des Flächenumsatzes getätigt wurde. Weitere 15 % entfielen auf mittelgroße Verträge zwischen 2.001 und 5.000 m², während zwischen 5.001 m² und 10.000 m² noch keine Abschlussdynamik verzeichnet werden konnte. Der 21.000 m² große Abschluss der DZ-Bank war die einzige Transaktion jenseits der 10.000-m²-Marke, was einem durchschnittlichen Jahresauftakt in der Bankenmetropole entspricht.
-
Das Leerstandsvolumen ist leicht auf 1,8 Mio. m² gesunken, wobei sich der Mangel an kurzfristig verfügbaren Erstbezugsflächen weiter verhärtet hat. In den absoluten Top-Lagen Bankenviertel und Westend beläuft sich ihr Volumen nur noch auf gut 15.000 m². In Reaktion ist die Vorvermietungsquote in den Projektentwicklungen in den beiden Top-Teilmärkten auf aktuell 89 % gestiegen.
PERSPEKTIVEN
-
Der Frankfurter Büromarkt ist mit einem moderaten, wenngleich auch nicht untypischen Quartalsergebnis ins Jahr 2026 gestartet.
-
Sicherlich belasten die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten die Weltwirtschaft weitreichend und dürften sich auch dämpfend auf die deutsche Wirtschaft auswirken. Allerdings gibt es zwei Komponenten, die auf eine dynamischere Anmietungstätigkeit im weiteren Jahresverlauf in der Bankenmetropole hindeuten. Zum einen dürfte das im vergangenen Jahr von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Investitionspaket für Rüstung und Infrastruktur der Wirtschaft Rückhalt geben, zum anderen befinden sich zahlreiche Großgesuche im Markt, die auch bei erneutem konjunkturellem Gegenwind zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden sollten. Insbesondere Führungskräften großer Firmen ist sehr bewusst, dass attraktive Büroflächen eine sehr wichtige Stellschraube für eine erfolgreiche Unternehmensführung sind. Ein Flächenumsatz von rund 500.000 m² scheint aktuell realistisch.
-
Beim Leerstand zeichnet sich das Erreichen des Scheitelpunkts mit dann wieder moderat sinkenden Volumina ab. Im Premiumsegment und den Projektentwicklungen sollte das Angebot unverändert rasch vom Markt absorbiert werden, sodass der Druck auf die Spitzenmieten unverändert hoch bleibt. Sie dürfte langsam Kurs auf die 60-€/m²-Marke nehmen.