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29. April 2016

Logistikmarkt Leipzig: Moderater Jahresauftakt mit Luft nach oben

Leipzig - Der Jahresstart des Leipziger Logistik- und Lagerflächenmarkts fiel im ersten Quartal bescheiden aus. Mit einem Flächenumsatz von knapp 21.000 m² wurde nur rund ein Viertel des vorjährigen Vergleichswerts erreicht. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Dieses auf den ersten Blick recht enttäuschende Resultat ist aber nicht auf eine grundsätzlich zu geringe Nachfrage zurückzuführen, sondern als Momentaufnahme zu verstehen, für die es mehrere Gründe gibt“, sagt Christopher Raabe, Head of of Industrial Letting der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Zum einen wurde eine hohe Anzahl großer Verträge noch im Jahresendspurt 2015 unterschrieben, wodurch in den letzten drei Monaten des Jahres mit 112.000 m² Flächenumsatz das beste Quartalsergebnis aller Zeiten registriert wurde. Zum anderen konnte bislang noch kein größerer Abschluss erfasst werden, von denen in Leipzig - wie auch in anderen Standorten - der Gesamtumsatz wesentlich beeinflusst wird. Darüber hinaus besteht nach wie vor ein zu geringes Angebot in den besonders präferierten zentralen Lagen sowie im GVZ und dem Industriegebiet rund um das BMW-Werk. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass mit dem VGP Park Leipzig seit längerem erstmals wieder in größerem Umfang Flächen spekulativ errichtet werden. Vor diesem Hintergrund konnten nicht alle Gesuche von Nutzern umgesetzt werden.

Die für den Leipziger Markt besonders wichtigen Logistikdienstleister haben sich im ersten Quartal noch zurückgehalten und bislang keine größeren Umsätze getätigt. Das Marktgeschehen wurde in den ersten drei Monaten demzufolge überwiegend von Handels– und Produktionsunternehmen bestimmt. Gut die Hälfte des Ergebnisses (51,5 %) trägt der Handel bei, der damit die Spitzenposition vor den Produktionsunternehmen einnimmt, die knapp 43 % zusteuern. Alle übrigen Branchengruppen spielten im ersten Quartal nur eine untergeordnete Rolle.

Bislang nur Abschlüsse im kleinteiligen Bereich – Spitzenmiete leicht gestiegen

Der moderate Jahresauftakt ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass bislang nur relativ kleinteilige Verträge abgeschlossen wurden. m ersten Quartal noch kein Abschluss über 5.000 m² registriert werden. Knapp zwei Drittel des Umsatzes (gut 64 %) entfallen auf Flächen zwischen 3.000 und 5.000 m², der Rest auf die kleinste Größenklasse bis 3.000 m². Bemerkenswert ist, dass im Segment bis 5.000 m² damit auch absolut betrachtet knapp 18 % mehr Flächenumsatz getätigt wurde als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Hierdurch werden die durchaus lebhafte Nachfrage und die grundsätzlich gute Verfassung des Leipziger Logistikmarkts unterstrichen.

Die Spitzenmiete ist in den ersten drei Monaten 2016 leicht um gut 1 % auf 4,40 €/m² gestiegen. Erzielt wird sie in eher kleinteiligen, innenstadtnahen Neubauentwicklungen von Gewerbeparks, die teilweise auch als Built-to-suit-Lösungen realisiert werden. Auf die Durchschnittsmiete hat dies allerdings noch keine Auswirkungen gehabt: Sie liegt unverändert bei 3,65 €/m². Eine etwas andere Entwicklung zeichnet sich bei umfangreichen Projektentwicklungen an peripheren Standorten ab, an denen großflächige Grundstücke zu günstigen Preisen zur Verfügung stehen. Hier sind die Effektivmieten aufgrund des starken Wettbewerbs unter den Projektentwicklern etwas unter Druck geraten.

Perspektiven

„Aus heutiger Sicht spricht alles dafür, dass der Flächenumsatz im Laufe des Jahres deutlich anziehen wird. Neben der grundsätzlich lebhaften Nachfrage im kleinteiligen und mittleren Segment sind auch großflächige Gesuche vorhanden, die mit großer Wahrscheinlichkeit umgesetzt werden können. Diese Nachfrage resultiert insbesondere aus dem Automotive-Bereich. Ob allerdings wieder an das außergewöhnliche Vorjahresergebnis angeknüpft werden kann, bleibt abzuwarten. Das Flächenangebot dürfte aufgrund von Baufertigstellungen, insbesondere im mittleren Segment, leicht zunehmen. Bezüglich der Spitzenmiete ist ein weiteres leichtes Anziehen in den nächsten Quartalen nicht auszuschließen“, fasst Christopher Raabe die Aussichten zusammen.

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