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13. Dezember 2017

Frequenzen: Großstädte ganz nah an Millionenstädten

Sie sind nah dran an den großen Metropolen Europas: In Städten mit 500.000 bis 1 Million Einwohner flanierten 2017 durchschnittlich 7.000 Besucher pro Stunde über die Vorzeige-Lagen deutscher und europäischer Innenstädte. Damit folgen sie dicht auf die nächstgrößere Städtegruppe mit ein bis zwei Millionen Einwohnern, in der im Schnitt fast 7.700 Passanten unterwegs waren. Basierend auf der aktuellen paneuropäischen Passantenfrequenzstudie von BNP Paribas Real Estate in 23 europäischen Städten[1] hat der Immobilienberater die Passantenströme nach Städtegröße unter die Lupe genommen.

Durchschnittlich 10.000 Passanten pro Stunde in den internationalen Metropolen

Vor allem die Städtegröße und das Kundenpotenzial, das sich aus dem Zusammenspiel der Einwohner- und Touristenzahlen in den Metropolen ergibt, beeinflussen die Frequenzzahlen. Am höchsten ist somit das Passantenaufkommen in den größten europäischen Städten (über 2 Millionen Einwohner) mit durchschnittlich knapp unter 10.000 Personen pro Stunde, zu denen London, Madrid, Paris oder Rom zählen. Eine Ausnahme bildet Berlin: Die Hauptstadt gehört zwar zur größten Städtekategorie, mit ihrer höchsten Passantenfrequenz von fast 7.100 Besuchern (Tauentzienstraße) fällt sie jedoch etwas hinter den anderen Metropolen zurück. Der Grund: In Berlin verteilen sich die Shoppingströme durch die Struktur der City auf viele attraktive Straßenzüge und Viertel wie zum Beispiel die City-West oder die City-Ost mit dem Alexanderplatz und den Top-Lagen rund um den Hackeschen Markt.

Nicht nur auf europäischer, sondern auch auf internationaler Ebene sind die vorgenannten Städte Reise- und auch Shoppingdestinationen mit globaler Strahlkraft und im Mittel mehr als 10 Millionen ausländischen Gästeankünften (2016). Somit verwundert es nicht, dass sich in dieser Gruppe auch die teuersten Shoppingmeilen Europas befinden: Auf den Plätzen eins und zwei landen mit großem Abstand die Avenue des Champs Elysées und die Oxford Street mit Top-Mieten von 1.833 €/m² beziehungsweise 1.119 €/m². Berlin rangiert mit 320 €/m² in der Spitze noch vor den Hochfrequenzlagen Calle Preciados in Madrid (255 €/m²) und der Via del Corso in Rom (250 €/m²).

7.700 Besucher flanieren im Schnitt pro Stunde durch mittelgroße europäische Städte

In der Städtekategorie zwischen einer und zwei Millionen Einwohnern verfügt München mit der Kaufingerstraße (12.832 Besucher) über die bestfrequentierte europäische Einkaufsstraße und ist gleichzeitig seit Jahren die belebteste Top-Lage in Deutschland. Auch die Kölner Schildergasse (11.618 Besucher) schneidet im europäischen Vergleich dieser Städtegrößenklasse, in der die Passantenfrequenz im Schnitt bei fast 7.700 Besuchern liegt, sehr gut ab. Neben München und Köln kommen weitere Städte Europas auf hervorragende Zahlen, unter anderem die meistbesuchte Lage in Barcelona (Avenida del Portal del Angel; 10.216 Personen) sowie die Top-Meilen in Wien, Mailand, Zürich und Prag, die jeweils auf Werte zwischen 8.000 und 9.000 Passanten kommen.

Einen Spitzenwert erzielt die bayerische Landeshauptstadt übrigens auch in Puncto Kaufkraftkennziffer[2]: Mit einem Wert von 216,3 landet München unter den Top 3 und muss sich in der Gesamtbetrachtung nur Zürich (348,0) und Oslo (225,5) geschlagen geben. In die Top 5 der kaufkräftigsten europäischen Retailmärkte mit einem Indexwert über 200 geschafft haben es darüber hinaus Paris (208,8) und Stockholm (205,1).

Frankfurt, Dublin und Stockholm mit weit überdurchschnittlichen Resultaten

Bemerkenswert ist vor allem der Blick auf die kleinste Klasse (europäische Städte zwischen 500.000 und einer Millionen Einwohner), die mit durchschnittlich 7.000 Besuchern nur knapp hinter der nächstgrößeren Gruppe der Millionenstädte zurückbleibt. Zu nennen sind hier neben den deutschen Städten Frankfurt (Zeil; 10.280 Passanten) und Hannover (Georgstraße; 9.388 Passanten) insbesondere auch Dublin (Grafton Street; 8.802 Personen) sowie die nordeuropäischen Städte, die mit Stockholm (Drottninggaten; 8.430) und Kopenhagen (Amagertov; 8.094) überdurchschnittliche Ergebnisse aufweisen und durch ihr nordisches Flair vor allem in den Sommermonaten Besucher in die Innenstädte locken. Die niederländische Metropole Amsterdam bleibt mit der Kalverstraat (rund 7.900 Passanten) nur knapp hinter der schwedischen und der dänischen Hauptstadt zurück. Ähnlich viele potenzielle Kunden kann Dortmund auf dem Westenhellweg begrüßen (7.598 Besucher).

Attraktivität durch Anpassungen bewahren

Insgesamt sprechen die erhobenen Passantenfrequenz-Daten über alle Städtekategorien hinweg für die nach wie vor hohe Attraktivität der bedeutendsten europäischen Städte und deren Einzelhandelslandschaften. Nichtsdestotrotz werden auch die größten Shoppingdestinationen im Zuge des fortschreitenden Bedeutungszuwachses des E-Commerce in unterschiedlichem Maße strukturelle Anpassungsprozesse durchlaufen müssen, um die Vitalität und Anziehungskraft ihrer Innenstädte auch in Zukunft zu wahren.


1] Amsterdam, Athen, Barcelona, Berlin, Brüssel, Budapest, Kopenhagen, Dublin, Frankfurt, Helsinki, Lissabon, London, Madrid, Mailand, München, Oslo, Paris, Prag, Rom, Stockholm, Wien, Warschau, Zürich

[2] Die GfK Kaufkraftkennziffer je Einwohner bezieht sich auf den europäischen Durchschnitt, der sich auf 42 Länder bezieht (Index=100). Ein Index von 110 sagt aus, dass die Einwohner dieser Region mehr Kaufkraft zur Verfügung haben, als den europaweit berechneten Durchschnittswert von13.672 € pro Einwohner. Im Umkehrschluss deutet ein Indexwert von 90 auf ein unterdurchschnittliches Kaufkraftpotential hin.

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