2016

 

 

Boomender Hotelmarkt zieht Investoren auch in kleinere Städte

Der Hotelmarkt in Deutschland boomt. Das belegen nicht zuletzt die kontinuierlich stei-genden Übernachtungszahlen, die im Jahr 2015 mit über 436 Mio. einen neuen Rekord erzielt haben und in den meisten Hotels für sehr gute Belegungsraten sorgen.

Das Besondere daran ist, dass sich diese Entwicklung nicht nur an nahezu allen großen Standorten, sondern auch vielen kleineren Städten mit touristischen Angeboten vollzieht und nicht auf eine Stadt oder Region beschränkt ist. Deutschland zeichnet sich gerade im europäischen Vergleich dadurch aus, dass es über eine ganze Reihe von auch im internationalen Vergleich interessante Städte verfügt, die vom Trend zu Städte- und Kurzreisen profitieren. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass auch Investoren zunehmendes Interesse an Hotelinvestments außerhalb der Top-Metropolen zeigen.

Nach einer Analyse von BNP Paribas Real Estate wurden 2015 gut 4,38 Mrd. € in deutsche Hotelimmobilien investiert. Damit wurde nicht nur das bereits hervorragende Vorjahresergebnis um 43 % übertroffen, sondern auch ein neuer Rekordumsatz aufgestellt. Seit 2010 ist das Investitionsvolumen kontinuierlich gestiegen, zunächst in kleineren Schritten, ab 2013 mit beschleunigtem Tempo. Während in der Vergangenheit für Anleger häufig nur die sogenannten A-Städte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) als Investmentstandorte in Frage kamen, stellen mittlerweile auch B- und C-Städte gesuchte Investitionsziele dar.

Betrachtet man nur die Entwicklung von Transaktionen einzelner Hotels, ohne Berücksichtigung großer Portfoliodeals, wird dieser Trend besonders deutlich. Während die sieben erwähnten A-Standorte ihr Investitionsvolumen von 2013 (rund 1,03 Mrd. €) bis 2015 (2,11 Mrd. €) gut verdoppelt haben, konnten die 14 deutschen B-Städte im gleichen Zeitraum um fast 170 % zulegen und erreichten 2015 einen Investmentumsatz von 207 Mio. €. Ähnlich positiv entwickelten sich C-Standorte, die auf ein Volumen von 139 Mio. € kommen. Auch sie konnten ihr Ergebnis innerhalb von zwei Jahren um knapp 150 % steigern. In kleinen Städten, die als D-Standorte zu klassifizieren sind, fiel der Investmentumsatz mit 148 Mio. € sogar noch leicht höher aus, wenngleich die Steigerung mit knapp 70 % hinter den übrigen Städtekategorien zurück blieb. Gerade an den kleineren Standorten handelt es sich allerdings oft um kleine Verkäufe zwischen privaten Akteuren. Internationale Investoren sind hier nur noch in Ausnahmefällen aktiv.

Neben den Einzeldeals haben vor allem auch große Portfoliotransaktionen zur äußert positiven Entwicklung der Investitionsvolumina beigetragen. Im Jahr 2015 wurden beispielsweise gut 1,78 Mrd. € in Paketverkäufe investiert. Auch von dieser Entwicklung haben die Städte außerhalb der A-Standorte profitiert. Zwar sind nicht in jedem großen Portfolio alle enthaltenen Hotels exakt auf einzelne Städte aufzuteilen, nach Analysen von BNP Paribas Real Estate entfielen aber 2015 etwa 25 % bis 35 % des Portfolioumsatzes auf Städte außerhalb der großen Metropolen. Auch hier zeigt sich demzufolge deutlich, dass ein höherer Anteil kleinerer Standorte Anleger keineswegs abschreckt, in große Hotel-Pakete zu investieren. Dies kann als Vertrauensbeweis dafür gewertet werden, dass sowohl internationale als auch nationale Käufer dem deutschen Hotelmarkt insgesamt positiv gegenüber stehen und sich nicht nur einzelne, besonders attraktive Städte herauspicken.

Zu den beliebtesten B-Städten zählten in der jüngeren Vergangenheit vor allem auch die beiden ostdeutschen Tourismusmagneten Leipzig und Dresden. Beide konnten dabei nicht nur einige größere Einzelverkäufe verbuchen, sondern partizipierten auch umfangreich an Portfoliotransaktionen. Im Zeitraum von 2013 bis 2015 summierte sich das Investitionsvolumen in Dresden auf über 240 Mio. €, wovon knapp 180 Mio. € auf anteilig eingerechnete, bundesweite Paketverkäufe und deutlich über 60 Mio. € auf Einzeldeals zurückzuführen sind. Mit einzelnen Hotels wurde in Leipzig sogar noch mehr umgesetzt (knapp 75 Mio. €). Rechnet man auch hier noch anteilige Portfolios ein, beläuft sich der Investmentumsatz auf fast 190 Mio. €. Unter den westdeutschen B-Standorten sticht in der jüngeren Vergangenheit Hannover heraus. In den drei Jahren 2013 bis 2015 wurde hier ein Transaktionsvolumen von über 114 Mio. € registriert, dass sich nahezu ausschließlich aus Einzeldeals speist. Größere Investmentumsätze verzeichneten darüber hinaus auch noch Städte wie Bremen, Nürnberg, Bonn oder Karlsruhe.

Obwohl auch kleinere Städte für Investoren immer interessanter werden, können die großen Metropolen aber nach wie vor den mit Abstand größten Teil des Investmentumsatzes auf sich lenken. Im Durchschnitt der letzten Jahre kommen die sieben A-Standorte bei Einzeldeals auf Umsatzanteile von rund 80 %. Ihre herausragende Stellung als Destinationen für den Städtetourismus, in Verbindung mit umfangreichem Geschäftsreiseverkehr, liefert optimale Rahmenbedingungen für eine sich weiter positiv entwickelnde Hotellandschaft.

Autor: Alexander Trobitz, Head of Hotel Services von BNP Paribas Real Estate

Internationale Präsenz

Wir kennen Ihren Markt,
verstehen Ihren Bedarf
und bieten Ihnen in jeder
Phase des Immobilien-
Zyklus maßgeschneiderte
Lösungen. Der Erfolg
Ihrer Immobilienprojekte
ist unser Ziel.

Standorte auf der Karte

 

Gewerbeimmobilien finden

Gewerbeimmobilien von BNP PARIBAS Real Estate jetzt auf bnppre.de

Suche
X