2016

 

 

Büroimmobilien in Mitteldeutschland sind unterschiedlich gefragt

Die Euphorie hält an: Bei Büroimmobilien setzen sich Leipzig und Dresden in Mitteldeutschland erneut an die Spitze. In der Messestadt Leipzig zog der Mietpreis pro Quadratmeter im Verlauf des Jahres 2016 auf 13 Euro pro Quadratmeter (plus vier Prozent) im Vergleich zu 2015 an.

Erzielt wird er in den Top-Lagen der City. Die hohe Nachfrage, eine relativ geringe Bautätigkeit sowie sinkender Leerstand lassen die Prognosen auch für 2017 positiv ausfallen. Die Durchschnittsmiete für den Gesamtmarkt Leipzig stieg auf 7,90 Euro pro Quadratmeter, was ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2015 darstellt. Dresden folgt dichtauf mit 12,50 Euro pro Quadratmeter in den Spitzenlagen. In Magdeburg, Erfurt, Chemnitz und Halle reichen sie von 8,50 bis 10,50 pro Quadratmeter. Ein weiterer Trend setzt sich ebenfalls fort: Der Leerstand verringert sich. In Leipzig beträgt die Quote lediglich 8,8 Prozent, in der Landeshauptstadt 9,1 Prozent und in Halle 10 Prozent. Wesentlich höher liegen Magdeburg mit 10,9 Prozent und Chemnitz mit 12,8 Prozent. Ganz klar hinten steht Erfurt mit einer Leerstandsrate von 15,5 Prozent.

 

Stefan Sachse, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH, ist ein Experte im Bereich Büroimmobilien in Mitteldeutschland. Für „Immobilien Aktuell“ hat er sechs Thesen unter die Lupe genommen.

 

Das Allzeithoch im Bereich Büroimmobilien hält an und beflügelt den mitteldeutschen Markt!

Ja! Die gesamtdeutsche Entwicklung spiegelt sich auch hier in einem proportional guten Verhältnis wieder. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Städten. Leipzig ist der Leuchtturm, mit einem ordentlichen Abstand folgt Dresden, danach erst kommen die anderen Städte. Diese Konstellation gilt auch für die Erhöhung der Mietpreise.

 

Berlin lässt Mitteldeutschland träumen: Vom Boom bekommt Mitteldeutschland mehr als nur ein kleines Stück ab!

Ein klares Ja! In der Hauptstadt haben wir den größten Startup-Markt. Der strahlt nach Leipzig ab. Die Unternehmens- und Bevölkerungsstruktur der Messestadt kommt dieser Entwicklung entgegen. Die gute Infrastruktur tut ihr Übriges. 25 Prozent der direkt und indirekt angemieteten Büroflächen können der IT- und Kommunikationsbranche zugeordnet werden. Und in diesem Bereich finden sich viele Startups. Uns liegen mehrere Anfragen nach Büroflächen vor. Vielen Firmen fällt es auch leichter, hier Mitarbeiter zu akquirieren – und das nicht nur, weil das Lohngefüge in Mitteldeutschland gut für die Unternehmen ist.

 

Leipzig ermöglicht einen Berlin-Effekt für Halle!

Ebenfalls ja! Im Büromarkt-Bereich ist Leipzig ein großer Motor, in dessen Windschatten Halle klar profitiert. Fehlende Büroflächen in Leipzig lassen viele Unternehmen über die Stadtgrenzen hinausschauen. In Halle sind bereits für unter zehn Euro attraktive Büroflächen auf dem Markt. Die Anbindung über Bahn und Straße steht als Vorteil auf der Habenseite, genau wie die Nähe zum Flughafen.

 

Magdeburg punktet als Dienstleistungsstandort mit niedrigen Mietpreisen.

Ja! In Top-Lage zahlen Unternehmer 10,50 Euro pro Quadratmeter, im Durchschnitt sind es sechs Euro. Magdeburg liegt sehr zentral zwischen Berlin und dem westlichen Bundesgebiet und weist zudem ein niedriges Lohnsegment aus. Es haben sich hier beispielsweise Call-Center, die große Flächen benötigen, angesiedelt; teilweise mit Flächengrößen über 1.000 Quadratmetern. Das ist die Triebfeder.

 

Da es einen Mangel an Büroflächen gibt, werden in den kommenden Monaten viele Büro-Projekte entstehen!

Nein! Auf absehbare Zeit wird es weder in Leipzig noch in Dresden signifikante Neubautätigkeiten geben. Und wenn, dann nur in Top-Lagen und mit eher kleineren Objekten.

 

Erfurt profitiert sehr schnell von der ICE-City!

Die Erschließung dieses Gebietes ist tatsächlich eine Novität. Unternehmen sollen angelockt werden, dann entstehen Büroflächen. Ich gehe aber davon aus, dass das eine langfristige Entwicklung ist und nicht rasant verläuft. Erfurt ist ein sehr regionaler Markt mit einer Vermietungsleistung von gerade einmal 15.000 Quadratmetern. Es gibt eine kleinteilige Nachfragestruktur: 75 Prozent der Anmietungen sind kleiner als 500 Quadratmeter. Das gilt übrigens auch für Städte wie Magdeburg oder Chemnitz.

 

Jena hat erstmals einen eigenen Büromarktbericht gefertigt (siehe Interview). Jede Stadt sollte solch eine Ausführung haben!

Ja! Leider gibt es wenig belastbare Daten von Projekten in Mitteldeutschland. Investoren wollen natürlich möglichst alles über die aktuelle, aber auch über die Marktentwicklung der vergangenen Jahre wissen. Genaue Zahlen geben Sicherheit und sind damit ein nicht zu ignorierendes Argument hin zu einer positiven Entscheidung für den Standort.

Autor: Stefan Sachse, Geschäftsführer BNP Paribas Real Estate GmbH

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