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26 Juli 2012

Gutes erstes Halbjahr auf dem Logistikmarkt trotz Umsatzrückgang

Frankfurt am Main – Mit einem bundesweiten Flächenumsatz von 2,18 Mio. m² im 1. Halbjahr erreicht  der deutsche Logistik– und Lagerflächenmarkt ein sehr respektables Ergebnis. Obwohl der Umsatz gegenüber dem Rekordresultat des Vorjahres erwartungsgemäß deutlich niedriger ausfällt (-35 %), konnte der zweitbeste Wert der letzten fünf Jahre erzielt werden. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE).

„Vom Niveau her bewegt sich das Jahr 2012 aber wieder in der Größenordnung normaler Jahre mit gutem Flächenumsatz, wie sie beispielsweise 2008 und 2010 zu beobachten waren“, betont Hans-Jürgen Hoffmann, Bereichsleiter Industrial Investment & Services von BNP Paribas Real Estate. „Die im Vorjahr verzeichnete Ballung von Großabschlüssen ist in dieser Form nicht in jedem Jahr wiederholbar.“ Der Umsatz an den großen deutschen Standorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München) beläuft sich auf 916.000 m² und liegt damit 37 % unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Außerhalb dieser Standorte wurde ein Flächenumsatz von fast 1,27 Mio. m² registriert, was einem Rückgang von knapp 34 % entspricht. Besonders deutlich reduzierte sich das Umsatzvolumen im Ruhrgebiet, wo 123.000 m² umgesetzt wurden und damit 47 % weniger als im 1. Halbjahr 2011.

An fast allen Standorten ist ein relativ deutlicher Rückgang gegenüber den Rekordergebnissen zu verzeichnen. Lediglich München konnte mit einem Umsatz von 133.000 m² nahezu das identische Ergebnis des vergleichbaren Vorjahreszeitraums erreichen. Umsatzeinbußen zwischen 40 und 50 % wurden dagegen in Frankfurt (-49 %), Köln (-47 %), Hamburg (-45 %) und Düsseldorf (-44 %) registriert. Mit minus 31 % fiel der Rückgang in Berlin dagegen geringer aus. Neben München zeigte sich der Leipziger Logistikmarkt am stabilsten: Der Flächenumsatz ist gegenüber dem 1. Halbjahr 2011 nur um knapp ein Viertel gesunken.

 Abschlüsse über 12.000 m ² an der Spitze – Höchstmieten unverändert

Zwar konnten im Vergleich zum Vorjahr bislang noch kaum Megadeals erfasst werden, trotzdem sind größere Verträge über 12.000 m² bundesweit auf einen Umsatzanteil von rund 72 % gekommen. Auf die größte Kategorie über 20.000 m² entfallen davon gut 39 %. In den ausgewählten Märkten der großen Städte liegen ebenfalls größere Abschlüsse über 12.000 m² mit insgesamt knapp 49 % in Führung. Hier werden allerdings auch Vermietungen unter 5.000 m² erfasst, die für immerhin 35 % des Ergebnisses verantwortlich sind.

Der bisher erzielte Flächenumsatz verteilt sich weiterhin relativ ausgeglichen auf die drei wichtigsten Branchengruppen: Auf dem ersten Platz liegen unverändert Logistikdienstleister mit einem Umsatzanteil von knapp 36 %. Mit knapp 29 % folgen Industrie– und Produktionsunternehmen auf dem zweiten Platz. Hier zeigt sich, dass sich die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung und vor allem die insgesamt weiterhin erfreuliche Situation der Exportwirtschaft in zusätzlichem Flächenbedarf niederschlagen. Ein wesentlicher Anteil der Nachfrage kommt dabei aus der Automobilwirtschaft. Handelsunternehmen belegen nur knapp geschlagen den dritten Rang mit einem Umsatzanteil von gut 27 %. Neben der insgesamt guten Verbraucherstimmung, die sich trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Währungskrise auf einem vergleichsweise hohe Niveau bewegt, tragen auch anhaltende Rationalisierungs- und Konsolidierungsprozesse im Handel zu einer nach wir vor hohen Flächennachfrage bei. Insgesamt sind damit gute Voraussetzungen für eine auch im weiteren Jahresverlauf lebhafte Nachfrage nach Lager– und Logistikflächen gegeben.

Auch im 2. Quartal 2012 haben sich die Spitzenmieten nicht verändert und liegen weiterhin auf den im Laufe des Jahres 2011erreichten Niveaus. Als teuerste Standorte stehen nach wir vor Frankfurt und München mit jeweils 6,20 €/m² an der Spitze. Auf den weiteren Plätzen folgen Hamburg mit 5,60 €/m², Düsseldorf mit 5,10 €/m², Köln mit 4,80 €/m² und Berlin mit 4,70 €/m². Deutlich niedrigere Höchstmieten sind dagegen im Leipziger Marktgebiet mit 4,25 €/m² und im Ruhrgebiet mit 4,20 €/m² anzusetzen. Bei den erzielten Durchschnittsmieten waren im 1. Halbjahr an einigen Standorten dagegen leichte Zuwächse zu beobachten, da sich die Nachfrage immer stärker auf hochwertige, moderne Flächen konzentriert und viele Verträge mit relativ hohen Mietpreisen abgeschlossen wurden. Gleichzeitig ist festzustellen, dass Eigentümer dabei sind, Incentives bei Anmietungen spürbar zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der nach wie vor angespannten Angebots-/Nachfragerelation ist deshalb auch ein leichtes Anziehen der Mieten im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.

 Gutes 2. Halbjahr erwartet

„Auch für das 2. Halbjahr zeichnet sich bis jetzt eine im langfristigen Vergleich stabile und gute Nachfrage ab“, so Hans-Jürgen Hoffmann. „Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, dass im Gesamtjahr ein Flächenumsatz über dem langjährigen Durchschnitt erzielt werden kann. Das Rekordergebnis des Vorjahres wird dagegen erwartungsgemäß deutlich verfehlt werden. Als Orientierungswert für den voraussichtlichen Gesamtumsatz kann die 4-Mio.-m²-Schwelle angesehen werden, deren Überschreitung auf jeden Fall das drittbeste jemals registrierte Jahresergebnis bedeuten würde.“

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