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06 Juli 2012

Anhaltend hohe Nachfrage auf dem Berliner Büromarkt

Berlin, 6. Juli 2012 – Mit einem Flächenumsatz von 250.000 Quadratmetern im ersten Halbjahr erzielt der Berliner Büroflächenmarkt ein hervorragendes Ergebnis. Damit bleibt er zwar rund 9 Prozent unter dem Rekordwert aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, stellt jedoch direkt danach das beste Halbjahresresultat der vergangenen Jahre. Zudem rückt die Hauptstadt auch im bundesweiten Vergleich der Büroflächenumsätze auf den zweiten Platz nach München und noch vor Frankfurt auf. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE).  

Zu verdanken hat Berlin das erfreuliche Ergebnis neben der lebhaften Nachfrage in den kleinen und mittleren Flächensegmenten vor allem auch mehreren Großabschlüssen wie beispielsweise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am Hauptbahnhof oder der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für das Verteidigungsministerium am Tiergarten. „Insbesondere das zweite Quartal zeigte sich nachfragestark: Über 56 Prozent des Flächenumsatzes der ersten sechs Monate wurde hier generiert“, erläutert Jan Dohrwardt, Berliner Niederlassungsleiter von BNP Paribas Real Estate.  

Öffentliche Verwaltung stark 

Auf Nachfragerseite sind mit der öffentlichen Verwaltung und den sonstigen Dienstleistungen die für Berlin typischen Branchen auf den vorderen Plätzen und sorgen in der Summe für mehr als die Hälfte des Ergebnisses. Unterstützt von den genannten Großverträgen führt die öffentliche Verwaltung das Ranking mit rund 30 Prozent nahezu unangefochten an und war damit deutlich aktiver als im Vorjahreszeitraum (plus 18 Prozentpunkte). Auch die sonstigen Dienstleistungen legten noch einmal spürbar zu und kommen auf einen Anteil von gut 21 Prozent (plus knapp 7 Prozentpunkte). Die zweite Hälfte des Flächenumsatzes verteilt sich relativ gleichmäßig auf die übrigen Branchen, wobei keine einen zweistelligen Beitrag leisten konnte: Mit weitem Abstand finden sich die Lobbyisten an dritter Position (gut 9 %) vor den Informations- und Kommunikationstechnologien (rund 8 %) und den Unternehmen der Gesundheitsbranche (gut 7 %).

Wie auch im Vorjahreszeitraum verteilt sich der Flächenumsatz relativ gleichmäßig über die verschiedenen Größensegmente, wenn auch eine leichte Dominanz der Großabschlüsse über 2.000 Quadratmeter beobachtet werden kann. In der Summe sind diese für knapp 63 Prozent des Flächenumsatzes verantwortlich.

Leerstandsabbau setzt sich fort 

Der kontinuierliche Leerstandsabbau, der sich mittlerweile seit mehreren Jahren vollzieht, hat sich auch im ersten Halbjahr 2012 fortgesetzt. Zur Jahresmitte stehen etwa 1,2 Millionen Quadratmeter Fläche zur kurzfristigen Anmietung zur Verfügung und damit knapp 6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ein gutes Fünftel befindet sich in den besonders begehrten Teilmärkten der Topcity, weitere 30 Prozent in der City und 31 Prozent in den Nebenlagen. Der Anteil der modernen Flächen am gesamten Leerstand ist zwar auf fast 30 Prozent leicht gestiegen, bleibt jedoch im langjährigen Vergleich auf einem niedrigen Niveau. Die Leerstandsrate ist um 0,5 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent gesunken.

Die Flächen im Bau sind in den vergangenen 12 Monaten um rund 21 Prozent auf 261.000 Quadratmeter gestiegen, bewegen sich aber immer noch in einem vergleichsweise moderaten Rahmen. Gleiches gilt für die verfügbaren Flächen im Bau, die durch den Beginn weniger spekulativer Entwicklungen um rund 54 Prozent auf 97.000 Quadratmeter gewachsen sind. Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Wirtschaftsentwicklung sowie der generellen Finanzierungsproblematik sind spekulative Entwicklungen jedoch die Ausnahme. Das insgesamt verfügbare Flächenangebot (Leerstand plus verfügbare Flächen im Bau) weist durch den Leerstandsrückgang eine sinkende Tendenz auf und liegt gut 3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

 Positive Mietentwicklung 

Begünstigt durch die gute Nachfrage haben sich auch die Mieten positiv entwickelt. Zwar blieb der Höchstmietpreis im Marktgebiet mit 22 Euro pro Quadratmeter am Potsdamer/Leipziger Platz stabil, in der Mehrzahl der Büromarktzonen konnten jedoch teils kräftige Zuwächse verbucht werden. Zu diesen gehört auch die beliebte Topcity West, wo die Spitzenmiete um mehr als 8 Prozent auf 19,50 Euro pro Quadratmeter geklettert ist. Auch der Hackesche Markt vermeldet einen erfreulichen Anstieg um knapp 9 Prozent auf 18,50 Euro pro Quadratmeter. Die Durchschnittsmieten zeigen ebenfalls größtenteils Aufwärtsbewegungen, dies gilt insbesondere für die Topcitylagen.

Perspektiven 2012 

„Der Berliner Büromarkt weist im ersten Halbjahr eine hohe Marktdynamik auf. Basierend auf den vorliegenden Gesuchen und den Verträgen in Vorbereitung dürfte sich dies auch im zweiten Halbjahr vorbehaltlich der weiteren Entwicklung der Staatsschuldenkrise im Euroraum nicht ändern“, so Jan Dohrwardt. „Im Zuge der hohen Nachfrage sollte der Leerstandsabbau anhalten, dies gilt umso mehr, als dass sich die bis zum Jahresende avisierten Fertigstellungen von verfügbaren Flächen im Bau in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Dies könnte Spielraum für weitere leichte Mietpreissteigerungen eröffnen, auch wenn sich die Spitzenmiete im gesamten Marktgebiet voraussichtlich auf dem erreichten Niveau stabilisieren sollte.“

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